Risiken des PCOS-Syndroms

Insulinresistenz

Insulin ist zuständig für den Transport von Blutzucker in die Zelle und für die Erhaltung eines konstanten Blutzuckerwertes. Kann Insulin nicht adäquat im Körper und an den Zellen seine Aufgabe ausüben, spricht man von Insulinresistenz. Davon sind bis zu 80 % der PCOS-Frauen betroffen.

Den Zellen fehlt dann die wichtigste Energiequelle: der Zucker. Der Körper versucht das Problem zu lösen, indem aus der Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin ausgeschüttet wird. Dieser erhöhte Insulinspiegel im Blut führt wiederum zur Erhöhung der männlichen Hormone und dadurch werden die typischen Beschwerden noch stärker. Die genaue Ursache für die Insulinresistenz bei den PCOS-Patientinnen ist leider noch weitgehend unklar.

Gewichtszunahme

Auch schlanke Frauen leiden manchmal unter dem PCO-Syndrom. Drei Viertel der Patientinnen sind jedoch übergewichtig bzw. sogar schon fettleibig. Typischerweise findet sich bei diesen Frauen das Fettgewebe vor allem an der Taille. Diese besondere Fettverteilung wird auch als „viszerale Adipositas“ (viszerale Fettleibigkeit) bezeichnet und verleiht dem Körper der betroffenen Frauen eine typische Apfelform. Viszerale Adipositas ist ein gefährlicher Risikofaktor: es kann später zur Entstehung des sogenannten „Metabolischen Syndroms“ kommen. Dabei treten verstärkt Erkrankungen des Herzkreislauf Systems auf (Schlaganfälle, Herzinfarkte) und Alterszucker kann sich schon in einem jüngeren Alter (z.B. mit 30 oder 40) entwickeln).

Es gibt zwei einfache Möglichkeiten, um Übergewicht festzustellen: die Berechnung, des body mass index (BMI) und des „Taille zu Hüfte – Quotienten“.

Body mass index = das Körpergewicht (in Kilogramm) wird durch das Quadrat der Körpergröße (in Meter) geteilt,

BMI = [Gewicht / (Größe in Meter)²]

18-24,9 kg/m² normal
25-29,9 kg/m² Übergewicht
30-34,9 kg/m² Adipositas I°
35 -39,9 kg/m² Adipositas II°
> 40 kg/m² Adipositas III° per magna

Beispiel:

Gewicht: 62 kg

Größe: 1,68 m

BMI = 62/ (1,68)²= 62/2,82 = 21,9858 ≈ 22 kg/m²

Wichtig ist: Gewichtsabnahme ist  der wichtigste eigene Beitrag zur Besserung und erfolgreichen Behandlung des PCO-Syndromes. Bereits eine geringe Gewichtsreduktion von nur 5-10% kann zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führen.

Alterszucker

Frauen mit PCOS haben ein wesentlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer gestörten Glukosetoleranz, die sich zum Diabetes mellitus Typ II (Alterszucker) weiterentwickeln kann. Außerdem tritt die Zuckerkrankheit schon viel früher auf, oft bereits im 30. oder 40. Lebensjahr. Bis zu 40% der PCOS Frauen werden zuckerkrank. Ein besonderes Risiko haben Patientinnen mit Übergewicht, mit Insulinresistenz und Frauen, deren Eltern oder Geschwister bereits zuckerkrank sind.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Frauen mit PCO-Syndrom haben oft viele Risikofaktoren, die zu den Herzkreislauferkrankungen führen. Dies liegt an einem gestörten Fettstoffwechsel mit erhöhten Blutfetten und erhöhtem Cholesterin. Insbesondere beobachtet man oft erhöhte Werte des „schlechten“ Cholesterins (LDL-Cholesterin = low density lipoprotein cholesterol) – es erhöht die Gefahr für Herzerkrankungen, sowie der Triglyceride, während der „gute“ Cholesterin, der eine Schutzwirkung hat (HDL – high density lipoprotein Cholesterin), meist erniedrigt ist. Häufig haben PCOS Frauen auch einen erhöhten Blutdruck und zeigen bereits Zeichen einer beginnenden Erkrankung der Blutgefäße.

Metabolisches Syndrom

Viele der oben genannten Merkmale des PCO-Syndroms gehören auch zu den typischen Merkmalen des Metabolischen Syndroms. Die PCOS Frauen haben deshalb ein erhöhtes Risiko in einem früheren Lebensalter an Metabolischen Syndrom zu erkranken. Metabolisches Syndrom ist durch einen erhöhten Blutdruck, erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht, gestörte Glukosetoleranz bzw. Diabetes mellitus charakterisiert und geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen einher.

Gebärmutterkrebs

Frauen mit PCOS haben häufig Zyklusstörungen, der Eisprung und die normale Blutung bleiben aus. Dann baut sich die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) verstärkt auf, wodurch es häufiger zur Entstehung vom Gebärmutterkrebs kommen kann. Dieses Risiko ist kleiner, wenn die Patientin die Antibabypille oder Gelbkörperhormone verwendet. Dadurch kommt es zu einer regelmäßigen Blutung, der Zyklus ist stabil. Einmal mehr sind regelmäßiger Sport und Abnehmen wichtig. Das Krebsrisiko sinkt und die Blutung tritt regelmäßiger auf.