Kinderwunschbehandlung

Bei manchen Frauen bleibt nach Absetzen der Pille der Eisprung aus. Dann ist eine Anregung der Eierstöcke mit Clomifencitrat – Tabletten, oder FSH – Injektionen sinnvoll. Eventuell profitieren Sie von einer Behandlung mit Metformin, einem Medikament, das gegen die Insulinresistenz wirkt. Es ist jedoch noch kein Standardpräparat. Ihr Arzt kann gemeinsam mit Ihnen besprechen und entscheiden, ob Vorteile für Sie zu erwarten sind.

Clomifencitrat

Clomifencitrat

Clomifencitrat ist ein selektiver Gegenspieler der Östrogene, einer wichtigen Gruppe der weiblichen Geschlechtshormone. Die Tabletten werden in einer Dosierung von 50-150 mg in der ersten Hälfte des Montszyklus vom 3. bis 7. oder vom 5. bis 9. Zyklustag verschrieben. Die Verträglichkeit ist sehr gut, selten kommt es zu wechselähnlichen Beschwerden. In 70% kommt es durch das Medikament zum Eisprung. Bei den Patientinnen bei denen der Eisprung trotz der Tabletten ausbleibt, spricht man von „Clomifenresistenz“. Gelegentlich hilft es, die Tabletten gemeinsam mit Cortisontabletten zu verschreiben oder Metformin zusätzlich zu verordnen. Es ist nicht sinnvoll eine höhere Dosis als 150 mg pro Tag zu verschreiben oder die Behandlung länger als 6 mal durchzuführen.

low-dose FSH Stimulation

low-dose FSH Stimulation

Beim nächsten Schritt in der Behandlung der Kinderlosigkeit werden die Eierstöcke mit Follikel Stimulierendem Hormon (FSH) angeregt. Diese Medikamente oder werden niedrigdosiert als Injektionen verabfolgt, die Therapie wird als „low-dose FSH Stimulation“ bezeichnet.

Abhängig von Ihrer individuellen Situation kann es nötig sein, schließlich eine intrauterine Insemination oder die künstliche Befruchtung (IVF = in-vitro-Fertilisation oder ICSI = Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) anzuwenden. Mit dieser Methode haben Sie eine Chance von 30-55% pro Versuch schwanger zu werden.

Für Frauen, die an PCOS leiden, birgt die IVF – Behandlung jedoch ein erhöhtes Risiko ein sogenanntes „Überstimulationssyndrom“ (Ovarian Hyperstimulation Syndrome, OHSS) zu entwickeln. Dieses Risiko kann herabgesetzt werden durch eine Vorbehandlung mit Metformin oder durch die Methode der In-vitro Maturation (IVM), bei der die Eizellen außerhalb des Körpers nachreifen. Darüber wird Ihr Arzt sie ausführlich aufklären und beraten.

(Für weitere Details s. Info für Ärzte)

Wichtig zu wissen:

  • Fangen Sie bereits vier Wochen vor der geplanten Schwangerschaft mit der Einnahme von 400µg Folsäure pro Tag an.
  • Kontrollieren Sie Ihren Röteln-Titer, eine Impfung ist dringend anzuraten, wenn er niedriger als 1:32 ist (z.B. bei 1:16). Eine Rötelninfektion kann in der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen beim Kind führen (Herzfehler, Taubheit etc.) und es gibt leider keine Behandlungsmöglichkeit. Innerhalb der ersten drei Monate nach der Impfung darf aber auch keine Schwangerschaft eintreten!
  • Falls Sie übergewichtig sind, steigt Ihre Chance schwanger zu werden schon wenn Sie 5% von ihrem Gewicht abnehmen. Der Gewichtsverlust reduziert außerdem die Häufigkeit von Schwangerschaftskomplikationen und Fehlgeburten.
  • Unter der Behandlung mit Clomifencitrat Tabletten oder FSH-Spritzen kann es zu einem Wachstum von mehreren Eibläschen kommen. Dadurch kommt es leichter zu einer Mehrlingsschwangerschaft, die ein erhöhtes Risiko für Sie und Ihre Kinder bedeutet. Es ist daher unbedingt notwendig, dass während der Stimulationsbehandlung regelmäßig Ultraschallkontrollen durch Ihren Frauenarzt durchgeführt werden!
Insemination

Insemination

Unter einer Intrauterinen Insemination versteht man das Einbringen von aufbereiteten Samenzellen in die Gebärmutter der Frau mit Hilfe von einem dünnen Katheter. Dadurch ist der Weg bis zur Eizelle verkürzt und erleichtert. Die Insemination wird meistens in einem „stimulierten“ Zyklus, d.h. nach einer Vorbehandlung der Eierstöcke mit Clomifencitrat oder mit low dose FSH durchgeführt. Der Eingriff tut nicht weh und fühlt sich in etwa wie die Abstrichentnahme in Rahmen der normalen Krebsvorsorge beim Frauenarzt. In Österreich ist auch eine Insemination mit Fremdsamen erlaubt. Dieses Verfahren ist für die Paare geeignet, bei denen keine Samenzellen von Mann (Lebensgefährten der Patientin mit Kinderwunsch) im Ejakulat oder in der Hodenbiopsie zu gewinnen sind.

IVF = In-Vitro Fertilisation

IVF = In-Vitro Fertilisation

Unter einer  „in vitro Fertilisation“, versteht man eine Befruchtung der Eizelle außerhalb des Körpers der Frau. Dafür werden die Eizellen, nach einer hormonellen Vorbehandlung, aus den Eibläschen herausgenommen und in einem Reagenzglas mit den Samenzellen des Partners zusammengebracht. Die Eileiter werden damit komplett umgangen. Bei der ICSI Methode wird sogar in jede Eizelle eine Samenzelle mit einer Mikronadel injiziert. Befruchtete Eizellen (Embryonen) werden anschließend mit Hilfe von einem dünnen Katheter in die Gebärmutter zurückgebracht. Die Schwangerschaftschancen liegen zwischen 30-60%, abhängig unter anderem auch davon, ob ein oder zwei Embryonen zurück transferiert wurden.

PCO – Patientinnen habe eine gute Chance durch eine IVF Behandlung schwanger zu werden. Allerdings sollte diese Behandlungsform erst als letzte Option erwogen werden, da sie mit einer höheren Belastung und höheren Kosten verbunden ist und u.a. zu einem Überstimulationssyndrom führen kann. Eie Ausnahme stellen natürlich die PCOS Patientinnen dar, bei denen zusätzliche Sterilitätsprobleme wie die verschlossene Eileiter oder ein männliche Subfertilität vorliegen.

IVM = In vitro Maturation

IVM = In vitro Maturation

Unter „in vitro Maturation“ versteht man die Entnahme von noch unreifen Eizellen aus den Eibläschen der Frau und eine weitere Reifung im Reagenzglas vor der IVF/ICSI.

Die Methode der „in vitro maturation“ wurde bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ausprobiert. 1991 kam es zur ersten Schwangerschaft nach einer in vitro Maturation von Menschlichen Eizellen. Wegen der Gefahr von Überstimulationssyndrom, wurde das Verfahren insbesondere auch im Kollektiv der PCOS Patientinnen eingesetzt. Die ersten Ergebnisse und die Schwangerschaftsraten, nach der Entnahme unreifer Eizellen waren allerdings nicht besonders ermutigend. Die neueren Ansetze mit einer niedrig dosierten, kurzfristigen hormonellen Stimulation sowie eine Optimierung der IVM-Kulturmedien konnten zu einer besseren Schwangerschaftsrate nach IVM führen. Trotzdem sind die Ergebnisse immer noch schlechter, als bei einer klassischen IVF/ICSI. Ihr Arzt kann Sie darüber beraten, ob IVF für Sie eine geeignete Alternative darstellt.