PCOS-Defintionen

Das Syndrom der Polyzystischen Ovarien stellt ein heterogenes Krankheitsbild dar, dessen Äthiopathogenese noch weitgehend unklar ist. Betroffen sind ca. 5-10% der Frauen im fertilen Alter, damit stellt das PCOS die häufigste Störung der Eierstockfunktion dar.

Bereits im Jahre 1935 wurde durch Stein und Leventhal im „American Journal of Obstetrics and Gynecology“ ein Syndrom, bestehend aus Oligo/Amenorrhoe, Hirsutismus, Adipositas und zahlreichen Zysten an den Eierstöcken, ausführlich beschrieben. Lange Zeit wurde die Symptomkombination deshalb als „Stein & Leventhal-Syndrom“ bezeichnet.

Ein noch älterer Bericht vom Italiener A. Vallisneri stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts. In diesem Fallbericht wurde eine übergewichtige infertile Frau mit polyzystischen Ovarien beschrieben.

Auch der Zusammenhang zwischen der Hyperandrogenämie und dem Metabolischen Syndrom ist seit der Erstbeschreibung 1921 durch Achard und Thiers „diabete des femmes a barbe“ (Diabetes bärtiger Frauen) schon längst bekannt, gewinnt allerdings in unserer Wohlstandsgesellschaft immer mehr an Bedeutung.

Obwohl die Erkrankung schon so lange bekannt und so weit verbreitet ist, gibt das PCOS weiterhin zahlreiche Rätsel auf. So gibt es zum Beispiel noch immer sehr viele kontroverse Diskussionen bezüglich der genauen Definition. In den meisten Studien zum Thema PCOS kommen die zwei aktuellsten Definitionen zur Anwendung:
Definition der 1990 NIH-PCOS Konsensuskonferenz und die
Definition nach Rotterdam-Kriterien aus dem Jahr 2003.