Differentialdiagnose der Ovarialinsuffizienz

Jede Störung in der Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Hormonachse kann zur Ovarialinsuffizienz führen. Die gemeinsamen Symptome sind sehr typisch und beinhalten Corpus-luteum-Insuffizienz, Polymenorrhoe, anovulatorische Zyklen und schließlich Oligo- und Amenorrhoe.

Für die Alltagspraxis ist die Einteilung der Amenorrhoe in VII Gruppen nach WHO aus dem Jahre 1976 zu komplex. Sie beinhaltet außerdem auch die seltenen Ursachen der Amenorrhoe wie z.B. das Asherman Syndrom oder das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKHS), die eine organische und nicht ovarielle Ursache haben.

Dabei lassen sich die Störungen der Eierstokfunktion sehr pragmatisch in IV Gruppen einteilen. Diese wären:

1) Hypo- und Normogonadotrope (Hypothalamisch-Hypophysäre) Ovarialinsuffizienz

2) Hypergonadotrope Ovarialinsuffizienz (primäre Ovarialinsuffizienz),

3) Hyperandrogenämische Ovarialinsuffizienz und

4) Hyperprolaktinämische Ovarialinsuffizienz.

Die Therapie der Ovarialinsuffizienz sollte, unabhängig von der Ursache, möglichst kausal sein, die Ausfallserscheinungen der Ovarialinsuffizienz beheben und die Spätfolgen wie z.B. Osteoporose verhindern. Die Therapiekonzepte unterscheiden sich abhängig davon, ob bei der Patientin ein Kinderwunsch besteht oder nicht.