Hormonwerte
Schritt 1

Die Labordiagnostik beim PCOS soll schrittweise erfolgen. An der ersten Stelle steht der Hormonstatus. Dieser sollte idealerweise zwischen dem 3. und 5. Zyklustag erhoben werden. Besteht bei der Patientin allerdings Oligo-/Amenorrhoe, muss mittels Ultraschalluntersuchung bestätigt werden, dass sich noch kein dominanter Follikel > 10 mm entwickelt hat. Dann befindet sich die Patientin immer noch in der frühen Follikelphase des Zyklus, auch wenn sie bereits z.B. schon im 15. Zyklustag ist.

Zur Hormonbasisdiagnostik gehören bei Verdacht auf PCO-Syndrom folgende Hormonwerte: Testosteron, DHEAS, SHBG, LH, FSH, TSH und Prolaktin.
Estradiol und der Progesteron gehören nicht zur Standardhormonbasisdiagnostik, können allerdings bei bestimmter Fragestellung auch kontrolliert werden. Anhand vom Estradiol kann zum Beispiel ein beginnendes Nachlassen der Ovarialreserve und mit Hilfe von Progesteron die Ovulation bzw. die Corpus luteum-Funktion erfasst werden.
Anti-Müller-Hormon, AMH ist ein Marker für die Ovarialreserve, der ebenfalls nicht zum basalen Hormonstatus gehört. Er zeigt eine sehr gute positive Korrelation mit der Anzahl der antralen Follikel. Der große Vorteil ist seine Zyklusunabhängigkeit. Bei den PCOS Patientinnen sieht man meistens AMH Werte > 8 µg/l (Normbereich 1-8µg/l), was für eine gute Ovarialreserve spricht.

Schritt 2:

Bei auffälligen Basalhormonwerten sollte eine weitere Diagnostik folgen. Dazu gehören vor allem: Kortisol, Androstendion, 17OH-Progesteron  und ggf. auch 11-Desoxycortisol, 17-Hydroxypregnenolon.

Bei einem TSH Wert > 2,5 sollte bei allen Patientinnen mit Kinderwunsch bereits vor der Konzeption die Substitution mit Schilddrüsenhormonen eingeleitet werden. Eine Abklärung beim Schilddrüsenspezialisten mit gezielter Bestimmung von fT3, fT4, ggf. ein TRH-Test und die Bestimmung von Schilddrüsenantikörpern (TPO, TRAK) ist hier, wie auch bei einem auffällig niedrigen TSH Wert (unterhalb der Normgrenze), dringend angeraten.

Schritt 3- Funktionstests:

Die letzten 3 Schritte in der Diagnostik dienen dem Ausschluss anderer möglicher Ursachen für die Hyperandrogenämie. Sie sind dann angezeigt, wenn aufgrund der Anamnese, der Klinik oder der Hormonbefunde ein bestimmter Verdacht besteht.

Dazu gehören:

ACTH-Test
GNRH-A-Test
Dexamethason-Kurztest
Dexamethason-Langtest
Hormontagesprofil

Schritt 4

Bei einem auffälligen ACTH Test ist zur endgültigen Diagnose eines Adrenogenitalen Syndroms (AGS) eine molekulargenetische Abklärung erforderlich.

Schritt 5

Beim Verdacht auf einen androgenbildenden Tumor (Testosteron > 1,5 – 2 ng/ml oder DHEAS > 7 µg/ml, schnelle Progredienz der Androgenisierungserscheinungen oder Virilisierungssymptomatik), sollten bildgebende Verfahren zum Tumorausschluss veranlasst werden. Dazu gehört ein gezielter Ultraschall der Ovarien und der Nebennieren, bzw. ein MRT.

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